Die Workshop-Teilnehmer haben gemeinsam mit dem Workshop-Leiter Manfred Röben an den CCB-Rechnern relevante Funktionen (Ebenen, Kanäle, Maskieren, Freistellen, Farbkorrekturen, Formatumwandlung, usw.) angewendet und deren Wirkung studiert.
Für die Bearbeitung von digitalen Bilddaten sind auf dem Markt einige leistungsfähige Programme verfügbar. Die verfügbaren Bearbeitungsfunktionen ähneln sich sehr. Einzig die Anordnung der zur Funktionsanwahl bereitgestellten Symboltasten und deren Darstellung beinhalten die größten Unterschiede.
Teil 1
Für den Workshop wurde eines der Produkte ausgewählt: Photoshop Elements von Fa. Adobe. Eine Testversion wurde für die Dauer des Workshops auf den bereitgestellten Rechnern installiert und ermöglicht(e) den Teilnehmern die persönliche Interaktion mit der Bildbearbeitung. Die verfügbaren Betriebssysteme mit Windows 98 und Windows 2000 sind für Photoshop Elements 4 oder 5 leider nicht geeignet. Aus diesem Grund basieren alle Arbeiten und die im Folgenden dargestellten Bildschirmkopien auf der Version von Photoshop Elements 2. Zwischen den Versionen gibt es Unterschiede, die die jeweilige Versionsänderung begründen. Die Grundfunktionen sind allerdings in allen Programmversionen mit der gleichen Symbolik und Funktionalität enthalten. Der Workshop wird sich auf diese Grundfunktionen beschränken, da es sich um die am häufigsten genutzten Funktionen handelt und die Bedarfsabdeckung damit gegeben ist.
Eine wichtige Grundfunktion ist die Auswahl. Dafür stehen rechteck- oder kreisförmige Auswahlelemente zur Verfügung. Unmittelbar nach der Funktionsanwahl werden in der unteren Kopfzeile zusätzliche Symbole angezeigt.
Diese Symbole gestatten eine einfache Auswahl, eine additive Auswahl, eine subtraktive Auswahl und eine Schnittmengenauswahl. Das einfache Beispiel wurde mit der additiven Auswahl und mit einer Kombination von rechteck- und kreisförmigen Auswahlelementen erstellt und per Cursor verschoben.
Ein großer Teil der digitalen Kompaktkameras erzeugen die Aufnahmen mit einem Seitenverhältnis von 4 zu 3. Wenn eine derartige Aufnahme auf ein Format von (15x10)cm ausgedruckt werden soll ergibt sich das Problem, dass das Zielformat ein Seitenverhältnis von 3 zu 2 und die Aufnahme ein Seitenverhältnis von 4 zu 3 hat. Somit ist von den Aufnahmedaten eine Auswahl mit dem Seitenverhältnis von 3 zu 2 zu erstellen. Diese Auswahl ist grundsätzlich mit zwei Werkzeugen, der rechteckförmigen Auswahl oder dem Ausschneidewerkzeug zu erreichen.
Von diesen beiden Werkzeugen verfügt nur die rechteckförmige Auswahlfunktion über drei Einstellmöglichkeiten: Normal, mit festem Seitenverhältnis und mit fester Größe. Wird die Einstellung auf festes Seitenverhältnis angewählt und das Seitenverhältnis in den zugehörigen Feldern mit 2 und 3 angegeben. Ist jedes damit erzeugte Auswahlfenster immer mit diesem Seitenverhältnis ausgestattet und ermöglicht eine entsprechende Auswahl auf der Motivoberfläche. Nach dem Freistellen und dem Abspeichern steht dem Druck oder Internetversand nichts mehr im Wege. 8-)
Das ursprüngliche Bild (Flughafen).
Ein Übungsziel ist das Freistellen des startenden Flugzeuges. Der fast gleichmäßig blaue Himmel erleichtert die Aufgabe erheblich. Ein Klick mit der Zauberstabfunktion auf den blauen Himmel in der Nähe des Flugzeug bewirkt eine gute Auswahllinie um die Konturen des Flugzeugs herum. Rechte Maustaste und "Auswahl umkehren" anwählen. Dadurch wird die Umgebung ausgewählt. Ein Druck auf die Löschen-Taste (DEL) löscht die Auswahl und das Unsichtbarkeit signalisierende Schachbrettmuster ist fast auf der gesamten Fläche sichtbar geworden. Mit der Rechteckmaske wird die nächste Umgebung ausgewählt, erneut die "Auswahl umkehren" angewählt und mit der Löschen-Taste (DEL) der Rest entfernt.
In diesem Beispiel wird die mit dem Flugzeug behaftete Ebene mehrfach kopiert und die jeweilige Deckkraft mit 20%, 40%, 60%, 80% und 100% eingestellt.
Mit dem Kopierstempel wird das originale Flugzeug mit der Farbe des Himmels überdeckt und die Flugzeuge entsprechend der eingestellten Deckkraft positioniert.
Das sechste Flugzeug wird ebenfalls durch Kopieren der Ebene erstellt und kann mit der zugehörigen Auswahlmaske positioniert, gestaucht und beliebig gedreht werden. Derartiges ist selbstverständlich für jedes Objekt pro Ebene individuell möglich.
Das ursprüngliche Bild (Echse).
Zunächst wird eine Kopie der Ebene mit dem Hintergrundbild angefertigt. Die Ebene mit dem Hintergrund wird durch Abwahl des Augensymbols unsichtbar geschaltet.
Die Kopie der Ebene anwählen. Nach dem Vergrößern der Augenpartie kann die Iris außen und innen um die Pupille mit dem magnetischen Lasso-Werkzeug ausgewählt werden.
Unter Auswählen / Farbe anpassen / Farbe ersetzen mit der Pipette den ausgewählten Bereich farblich aktivieren und mit dem Einsteller für Farbton und Sättigung eine neue Irisfarbe auswählen.
Wird jetzt die erste Ebene zugeschaltet (Augensymbol). Nun kann in der ersten Ebene mit dem Einsteller die Deckkraft von 0% bis 100% und somit die Irisfarbe von völlig verändert bis zum Ursprungs zustand verändert werden.
Teil 2
Der Workshop wurde am 12.01.2007 fortgesetzt. Nach einer kleinen Wiederholung wurde erneut eine Aufgabe mit Freistellungsanforderungen gestellt.
In diesem Fall sind der Kontrast bzw. die Farbübergänge zwischen dem Freistellungsobjekt und dem Hintergrund schwach ausgeprägt, was den Freistellungsaufwand etwas erhöht.
Das Originalbild mit einem in den Niederlanden aufgenommenen Schildermast ist nicht mit einem Schritt oder Klick freizustellen. Der Kontrast zwischen Himmel und dem hellen Mast ist gering und wird durch den Schattenübergang noch komplexer.
Mit dem Zauberstab wurde der Schildermast grob freigestellt. Das nach hinten zeigende Schild und Teile vom Mast sind nicht korrekt in der Auswahl. Die mangelhaften Auswahlbereiche lassen sich einfach und schnell mit dem magnetischen Lasso und der additiven Auswahl beseitigen. Dazu wird von dem inneren Bereich der Auswahl die relevanten Kante ausgewählt und die lokale Auswahl geschlossen. Sofort erweitert sich die ursprüngliche Auswahl um den neuen Anteil.
Alternativ kann der gesamte Schildermast mit dem magnetischen Lasso umlaufen werden.
Der freigestellte Schildermast vor dem unsichtbaren Hintergrund (Schachbrettmuster).
Ein freigestelltes Objekt kann vielfältig manipuliert werden. Transparenz, Kontrast, Farbton, Farbsättigung und vieles mehr sind anwendbar. In diesem Bild wurde mit dem Farbwechselwerkzeug (Farbe anpassen / Farbe ersetzen) eine Farbe mit der Pipette angeklickt und gegen einen veränderten Farbton ersetzt.
In diesem Beispiel wurde das gesamte freigestellte Objekt mit einem Sepiafarbton ausgestattet.
Teil 3
Am 19.01.2007 fand der dritte Teil des Workshops statt. Nach einer kleinen Wiederholung wurde diesmal mit der geometrischen Entzerrung von Bildern begonnen.
Wenn die Aufnahmeachse nicht senkrecht zum Objekt verläuft, werden die äußeren Bildteile immer stärker zur Bildmitte geneigt. In diesem Fall wurden einige Gebäude an einer Strasse aufgenommen. Damit die Gebäude so vollständig wie möglich abgebildet werden können, ist die Aufnahmeachse leicht nach oben geneigt, was beim Betrachten der Aufnahme den Eindruck vermittelt, dass die am linken und rechten Bildrand befindlichen Gebäude deutlich schief angeordnet sind!
Mit der Funktion "Bild / Transformieren / perspektivisch verzerren" ist das Ganze kein Problem! Einfach zur Unterstützung des Augenmasses das Raster unter "Ansicht" eingeschaltet und an der linken oder rechten oberen Ecke das Gitter nach außen ziehen bis die Verzerrung beseitigt ist.
In diesem Fall ist die Verzerrung nicht vollkommen symmetrisch, da die Häuserfronten schräg abgelichtet wurden. Somit immer abwechselnd die Ecke und den mittleren oberen Rasterpunkt anklicken und in die benötigte Richtung verschieben. Dadurch können die links und rechts leicht unterschiedlichen Verzerrungen völlig beseitigt werden!
Ein häufig vorkommendes Problem ist ein Farbstich in der Aufnahme, der durch einen fehlerhaften automatischen Weißabgleich, einem falsch eingestellten manuellen Weißabgleich oder ungünstigen Umgebungsbedingung entstehen kann. Wird zum Beispiel indirekt geblitzt und die Decke ist farbig, dann ist auch das davon reflektierte Licht mit den gleichen Farbanteilen belastet.
In diesem Fall sind die drei dargestellten Zeichnungen während der Tunneleröffnung erstellt worden. Die im Tunnel befindliche Beleuchtung gibt kein weißes Licht sondern ein gelbliches Licht ab.
Mit der Funktion "Überarbeiten / Farbe anpassen / Farbstich" ist der Farbfehler mit einem Klick beseitigt. Dazu muss nur mit der Pipette auf einen Bereich geklickt werden, der grau bis weiß ist, in diesem Fall das Zeichnungspapier. Photoshop korrigiert sofort den Farbfehler und liefert ein akzeptables Ergebnis.
Ein weiteres Werkzeug ist mit der Funktion "Überarbeiten / Auto-Farbkorrektur" verfügbar. Auch dieses Werkzeug arbeitet völlig automatisch.
Durch die "farbige" Beleuchtung ist diese Aufnahme deutlich gelb verfärbt.
Der Versuch, mit den zuvor beschriebenen Werkzeugen, den Gelbstich zu beseitigen führt nie zu akzeptablen Ergebnissen. Die Ursache liegt in dem durch die Beleuchtung bedingten geringen Farbspektrum, das keine weiteren Farbanteile aufweist. Somit können real vorhandene Farben der Umgebung nicht sichtbar werden! Dieses kann nur mit Sonnenlicht bzw. ähnlichem Kunstlicht realisiert werden. Eine Korrektur ist in diesem Fall also unmöglich.
Häufig ist das aufzunehmende Objekt mit einer vordergründigen optischen Störung behaftet. Deshalb muss nicht auf die Aufnahme verzichtet werden, denn fast alles läßt sich entfernen bzw. retuschieren.
Mit dem Kopierwerkzeug ist das störende Elektrokabel in kurzer Zeit beseitigt. Dazu wird die Stempelbreite auf die etwa 1,5fache Breite der zu beseitigenden Störung - hier das Elektrokabel - eingestellt. Der Cursor wird seitlich versetzt auf die zu kopierende Farbe/Stelle positioniert und die ALT-Taste bedient. Für die Dauer der Tastenbetätigung ändert sich das Cursor-Symbol in ein Zielkreuz. Danach wird mit dem Kopierstempel die zu beseitigenden Stellen mit gedrückter linker Maustaste überfahren und zeitgleich die kopierten Werte überlagert. Bei unterlagerten geometrischen Mustern, z.B. Brüstung, Fensterrahmen ist die zu kopierende Fläche und die Richtung der Cursor-Bewegung entsprechend anzupassen.