Computer Club Brake
Vortrag über "Datensicherung, Datenwiederherstellung" am 09.11.2007
Datensicherung, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dennoch gibt es immer wieder frustrierte Anwender, die nach einem Festplattenschaden wichtige Daten nicht mehr retten konnten! Existiert eine Datensicherung und wie alt sind die gesicherten Daten? So oder so ähnlich beginnt die Leidensphase eines PC-Users, der plötzlich ein Problem hat.
Im Vortrag wurden die Verfahren und einige Software-Werkzeuge für die Datensicherung und Datenwiederherstellung vorgestellt.
Programme befinden sich auf einzelnen Datenträgern (Diskette, CD, DVD) und können mit einem gewissen Aufwand wieder installiert und konfiguriert werden. Bilder, Texte oder Rechnungsdaten sind Ergebnisse der eigenen Arbeit und somit Unikate. Die Beschädigung - ohne Datensicherung - stellt einen Totalverlust dar!
Die Festplatte im Rechner (s. PDF-Präsentationsseiten), heutzutage mit Speicherkapazität von mehreren hundert Gigabyte, speichern die eigentlichen Daten als ultrakleine Magnetisierungen auf rotierenden Aluminiumscheiben. Durch intensive Nutzung werden die Dateien im Zeitverlauf immer häufiger fragmentiert. In Folge muss die Datei beim Lesen durch häufiges Positionieren der Schreib-/Leseköpfe logisch zusammengesetzt werden. Entsteht in dieser Kette eine Datenlücke, geht die Datei verloren! Gravierender sind Störungen im Dateiverzeichnisbereich der Festplatte, da mit einer Beschädigung alle Ablagekoordinaten verloren gehen und somit der Computer die auf der Festplatte abgelegten Daten und durchaus noch magnetisch gespeicherten Daten nicht mehr wieder findet!
Das Sichern oder Kopieren von Daten vom C:-Laufwerk auf z.B. ein D:-Laufwerk ist nicht sinnvoll, da in den meisten Fällen diese beiden Laufwerke als Partitionen in einer gemeinsamen Festplatte existieren! Ist die Festplatte beschädigt sind häufig auch alle enthaltenen Partitionen nicht mehr verfügbar.
Eine Datensicherung setzt immer ein unabhängiges Speichermedium, z.B. Band, CD, DVD, externe Festplatte (USB-, Firewire- oder über eine Netzwerk-Anbindung)oder mindestens eine zweite Festplatte im Rechner voraus.
Die Datensicherung kann im einfachsten Fall durch simples Kopieren auf ein unabhängiges Speichermedium erfolgen. Komfortabel ist es mit speziellen Datensicherungsprogrammen möglich. Mit dem Betriebssystem steht ein einfaches Datensicherungsprogramm zur Verfügung, dass allerdings einige Einschränkungen aufweist.
Besser sind spezielle Datensicherungsprogramme, die die gesamte Festplatte - gewissermaßen deren Datenoberfläche "Image" - sichert. Mit derartigen Programmen ist die Datensicherung einfach und schnell realisiert. Bei der Wiederherstellung können bei Bedarf einzelne Dateien oder Verzeichnisse oder Partitionen oder der gesamte Sicherungsumfang zurück gespeichert werden.
Eine Notlösung bei fehlender oder veralteter Datensicherung stellen Recovery-Werkzeuge dar. Sofern der Datenträger unbeschädigt ist und der Schaden durch unbeabsichtigtes Löschen oder Formatieren entstanden ist, sind die Daten immer noch auf der Festplatte oder dem Speicherchip enthalten! Das Löschen oder Formatieren hat lediglich ein bestimmtes Byte verändert. Diesen Umstand nutzen die Recovery-Werkzeuge aus und lesen Byte für Byte von dem Datenträger aus und analysieren die gelesenen Rohdaten auf bestimmte Inhalte, die Dateien bzw. Bilder charakterisieren. Also sollte Ihnen einmal ein Missgeschick bei der Handhabung der Digitalkamera geschehen sein, dann den Datenträger sofort entnehmen - damit die verloren gegangenen Daten nicht von neuen Daten (Bildern) überschrieben werden - und mit Recovery-Werkzeugen am PC bearbeiten.
Alle Datenträger altern! Mechanische, chemische und thermische Einflüsse beeinflussen die Alterung und können die Verwendbarkeit des Datenträger deutlich verkürzen! Somit sollten alle Arten von Datenträgern (Magnetische oder optische Medien) möglichst geringen Temperaturzyklen, Raumtemperaturen, keiner Sonnenbestrahlung bzw. keinem UV-Licht ausgesetzt werden. Bei der Lagerung sind reine Papiertaschen den Kunstofftaschen und deren möglich Ausdünstung von Weichmachern oder anderen Substanzen vorzuziehen!
Die CD- oder DVD-Rückseiten sind nur mit entsprechend geeigneten lösemittelfreien Stiften zu kennzeichnen. Die Rückseite ist im Verhältnis mit der Schreib-/Leseseite um ein vielfaches empfindlicher! Wenn Sie eine "verbrannte" CD-R oder DVD-R mit der spitzen Seite einer Schere von der Mitte zum Aussenrand mit leichtem Druck zerkratzen, wird die Schreib-/Leseseite "nur" zerkratzt, während auf der Beschriftungsseite die Datenträgerschicht abgetragen wird und die Daten fallen - symbolisch gemeint - Bitweise auf dem Boden.
Vermeiden Sie mechanische Schäden oder einen chemischen Angriff der Beschriftungsseite von optischen Datenrägern!
Aufkleber aus Kunststoff oder Papier wirken sich negativ auf das Nutzungsverhalten von optischen Datenträgern - insbesondere von DVD - aus und können zu einem vollständigen Funktionsverlust führen.
PDF-Datei (ca. 0,8MByte) mit der Vortragspräsentation ==>
An dieser Stelle ein kleiner Hinweis aus der Praxis:
Wenn Sie für die Datensicherung eine externe Festplatte mit USB2.0-Schnittstelle nutzen, am eigenen Rechner oder Notebook nur eine USB1.1-Schnittstelle zur Verfügung haben, lohnt sich eine Umrüstung. Sie gewinnen Geschwindigkeit um den Faktor 42! Es macht schon einen Unterschied ob die Daten in 5 Minuten oder in 210 Minuten gesichert sind.
Der Markt bietet PCI-Einbaukarten, die über mehrere USB2.0-Schnittstellen verfügen. Für Notebooks sind PCMCIA-Einsteckkarten mit USB2.0-Anschlüssen verfügbar.