Computer Club Brake
Vortrag: "Digitalisierung von Audiodaten (Musik oder Sprache) mit dem Computer" am 09.12.2005
Möglicherweise haben auch Sie noch einige Schätze in Form von Schallplatten oder Compactcassetten, die besondere und aus persönlicher Sicht unwiderbringliche Inhalte aufweisen. Während die Schallplatte vermutlich auch noch in 50 Jahren mit akzeptabler Qualität abhörbar ist, wird die Compactcassette durch Alterungsprozesse immer mehr an Informationsgehalt verlieren, da die magnetisch abgelegten Informationen durch mechanische Ablösung der Magnetschicht vom Träger und durch Abbau der magnetischen Orientierung permanent verloren gehen. Am Ende steht eine dumpfe Wiedergabe und viel Rauschen!
Ein weiteres Problem kann durch den sukzessiven Abbau der Wiedergabemögichkeiten entstehen.
Doch genug der erschreckenden Zukunftsprognose für derartige Audiodatenträger. Es gibt Lösungen, die es gestatten den Verfallsprozess aufzuhalten und die Kompatibilität zu den aktuellen Wiedergabegeräten in Form von CD, DVD und Festplatte herzustellen.
In dem Vortrag wurden die Möglichkeiten der Digitalisierung von Audiodaten theoretisch und praktisch beschrieben.
Die Audiodaten können in unterschiedliche Formate umgewandelt und abgelegt werden. Grundsätzlich läßt sich in komprimierte und unkomprimierte Audioformate unterscheiden. Die komprimierten Formate ermöglichen viel Audiodaten auf kleinem Datenvolumen (z.B. MP3) zu packen. Allerdings ist der Kompressionsvorgang nicht verlustfrei und somit nicht mehr umkehrbar.
Eine weitere Unterscheidung liegt in dem bei einigen Formaten integriertem Digitalen Rechtemanagement (DRM), der bei erworbenen Audiodateien die Anzahl der Kopien und die Nutzung reglementiert. Selbst erzeugte Audiodateien enthalten, auch bei Nutzung eines entsprechenden Zielformates, keine hinterlegten DRM-Daten. Die Urheberrechte sind bei Kopien jeglicher Art zu beachten.
Die gängigen Audioformate wurden in der oberen Folie mit roten Punkten gekennzeichnet.
Eine Soundkarte bzw. Soundcard ist mittlerweile ein fester Bestandteil eines Desktop-Rechners oder eines Notebooks geworden. Die möglichen Abtastraten und eine Auflösung von 16Bit gehören ebenfalls zum Standard. Am Desktop-Rechner sind an der eingebauten Soundcard typisch drei farbig gekennzeichnete Klinkenbuchsen für Mikrofon, Line-In und Lautsprecher bzw. Kopfhöhrer zu finden.
An einem Notebook finden sich typisch zwei Buchsen, die mit Mikrofon und Lautsprecher bzw. Kopfhöhrer gekennzeichnet sind. Der Mikrofon-Eingang kann dann als Line-In-Eingang genutzt werden. Dazu ist der interne Mikrofonverstärker abzuwählen und der Aufnahmeeingang zu aktivieren.
Der Entzerrvorverstärker kann nicht durch den Mikrofonverstärker ersetzt werden!
Für die Digitalisierung, Schnitt und Signalbearbeitung ist ein Bearbeitungsprogramm erforderlich. In der Auflistung wurden einige Produkte aufgelistet, die die erforderliche Funktionalität mit unterschiedlich komfortabler Bedienoberfläche bereitstellen.
Für die Aufnahme wird zunächst ein geeignetes und qualitativ ausreichendes Wiedergabegerät benötigt. Das Bearbeitungsprogramm kann unvermeidbare Signalfehler der Schallplatte (z.B. Klicken, Knistern, Rumpeln) und Rauschen mindern bis beseitigen. Ein durch vermeidbare Signalfehler (z.B. Gleichlaufschwankungen oder Netzeinstreuungen) verdorbenes Signal läßt auch das beste Bearbeitungsprogramm seine Grenzen erreichen.
Normalerweise kann immer der gesamte Datenträger eingelesen werden, um dann im Rechner automatisch oder durch Setzen von Marken von Hand auf einzelne Titel geschnitten zu werden.
Danach kann die Signalkorrektur erfolgen, indem entsprechende Funktionen im Bearbeitungsprogramm aktiviert werden. Die so aufbereiteten Daten können dann zur Erzeugung einer Audio-CD oder/und MP3-CD oder/und einzelnen Dateien genutzt werden. Auch die Konvertierung in andere Audiodatenformate ist einfach möglich, da die digitalisierten und bearbeiteten Daten zu diesem Zeitpunkt als unkomprimierte Audiodaten zur Verfügung stehen.
Die Signalumwandlung eines komprimierten Formates (z.B. MP3) in ein eigentlich unkomprimiertes Format (z.B. WAV) ist möglich. In einem solchen Fall enthält dann die neu generierte WAV-Datei im Vergleich zum Uroriginal nur die mit Verlusten behafteten Audiodaten in MP3-Qualität.
Das zuvor beschriebene Verfahren ist tatsächlich einfacher als es auf dem ersten Blick erscheint. Mit dem richtigen Software-Werkzeug und ein wenig Ausprobieren ist das Erfolgserlebnis der Rettung eines alten "Schatzes" in greifbare Nähe gerückt!
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Der vollständige Vortrag in einer Datei (PDF-Format, ca. 0,45MByte) |